Trump und XI «einig, dass Hormus-Strasse offen bleiben muss»

Zwischen den USA und dem Iran scheint eine Einigung nicht nahe zu sein. Alle Augen sind aktuell auf Peking gerichtet, wo Donald Trump auf Xi Jinping trifft.

Strasse von Hormus
Nach dem Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar brachte Teheran die Schifffahrt in der Strasse von Hormus mit Angriffen und Drohungen praktisch zum Erliegen. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Waffenruhe zwischen dem Iran und Washington wackelt.
  • Die Verhandlungen haben bislang keine Fortschritte gebracht.
  • Donald Trump befindet sich aktuell mit einer Delegation in China.

Die seit fast fünf Wochen geltende Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran steht auf der Kippe. US-Präsident Donald Trump zeigt sich schwer verärgert über einen neuen Vorschlag aus Teheran zur Beendigung des Krieges.

Derweil befindet sich Trump in China. Vor seiner Reise nach Peking hatte er Differenzen mit Staatschef Xi Jinping in Bezug auf den Iran-Krieg heruntergespielt.

Bringt uns Trumps Reise nach China den Frieden näher?

Tatsächlich ist die Unterstützung aus China für den Iran ein Spannungspunkt im Verhältnis zwischen Washington und Peking. So hatte das US-Finanzministerium zuletzt Sanktionen gegen chinesische Firmen verhängt, die den USA zufolge unerlaubten Handel mit dem Iran treiben.

Im Nau.ch-Ticker erfährst du alles rund um den Iran-Krieg:

US-Admiral: Berichte über Irans verbliebene Raketen falsch

18.14: Der Kommandeur des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos Centcom, Brad Cooper, hat Berichten über umfassende verbliebene Raketenstellungen des Irans widersprochen.

Er könne keine geheimdienstlichen Informationen preisgeben, aber die öffentlich kursierenden Zahlen seien aus seiner Sicht falsch, sagte Cooper in einer Anhörung im US-Kongress.

Cooper
Der Kommandeur des für den Nahen Osten zuständigen Regionalkommandos Centcom, Brad Cooper. - keystone

Mehrere Medien hatten zuvor unter Berufung auf informierte Quellen berichtet, der Iran verfüge noch über etwa 70 bis 75 Prozent seiner mobilen Abschussrampen sowie 70 Prozent seines Raketenarsenals.

Cooper sagte, bei der Beurteilung der iranischen Schlagkraft gehe es um mehr als nur Zahlen zu Raketen. «Es geht um die Kommando- und Kontrollstrukturen, die zerschlagen wurden.»

Hier sei Teheran empfindlich getroffen worden. «Und es geht um den Mangel an jeglicher Möglichkeit, im Hintergrund Raketen oder Drohnen herzustellen.» Erst dann ergebe sich ein vollständiges Bild.

Bericht: Internet im Iran soll wieder freigeschaltet werden

17.50: Im Iran soll das Internet einem Bericht zufolge nach mehr als 75 Tagen Anfang Juni wieder freigeschaltet werden.

Ein von Vizepräsident Mohammed-Reza Aref geleiteter «Sonderstab» solle in der kommenden Woche die notwendigen Schritte einleiten, damit das Internet in der ersten Juni-Woche wieder für alle Bürger verfügbar werde, berichtete die Tageszeitung «Etemad» auf ihrem Webportal unter Berufung auf Regierungskreise.

Die Regierung hatte den Zugang zum globalen Internet seit Kriegsbeginn am 28. Februar nahezu vollständig blockiert. Seither können die fast 90 Millionen Iraner nur auf staatlich genehmigte Webseiten zugreifen.

Bessent: Iranische Ölproduktion liegt brach

16.34: Die iranische Ölproduktion ist nach Darstellung von US-Finanzminister Scott Bessent zum Stillstand gekommen. Seit drei Tagen sei kein Öl mehr auf der für den Export wichtigen Insel Kharg verladen worden.

«Wir gehen davon aus, dass ihre Lagerkapazitäten erschöpft sind», sagte er im Interview des US-Senders CNBC und führte fort: «Es fahren keine Schiffe aus, es kommen keine Schiffe an, sie können also kein Öl auf See lagern».

trumps finanzminister bessent
FiUS-Finanzminister Scott Bessent. (Archivbild) - keystone

Wenn der Iran sein Öl nicht mehr verkaufen kann, drohen Speicher vollzulaufen. Wenn deswegen Erdölbohrlöcher geschlossen werden müssten, können diese langfristig beschädigt werden.

Darauf spielte Bessent bereits in der Vergangenheit an: Die Blockade werde zu einem sogenannten «shut in» der iranischen Ölanlagen führen und die Seeblockade die Einnahmen Teherans ins Visier nehmen.

Revolutionsgarden: Rund 30 Schiffe passierten die Strasse von Hormus

15.58: Rund 30 Schiffe haben nach Angaben der iranischen Revolutionsgarden (IRGC) seit der vergangenen Nacht die Strasse von Hormus passiert. Das erklärte ein Kommandeur der IRGC-Marine laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars.

Er betonte zugleich, dass weiterhin kein Schiff «eines feindlichen Staates» die Meerenge durchqueren dürfe.

Der iranischen Agentur Tasnim zufolge soll es sich unter anderem um chinesische Schiffe gehandelt haben.

Drei Israelis durch Hisbollah-Sprengstoffdrohne verletzt

13.00: Bei einem Angriff der libanesischen Hisbollah-Miliz mit einer Sprengstoffdrohne haben nach Militärangaben im Norden Israels mehrere Zivilisten Verletzungen erlitten. In der Küstenstadt Rosch Hanikra direkt an der Grenze zum Libanon seien auf einem Parkplatz drei Menschen verletzt worden, zwei davon schwer, berichtete das israelische Nachrichtenportal «ynet». Sie seien in ein Krankenhaus gebracht worden.

Iran: Hindernis in Strasse von Hormus sind nicht wir

11.55: Aus Sicht des Irans liegt die Blockade der Strasse von Hormus vor allem an den USA. «Das Hindernis sind nicht wir, sondern die USA mit ihrer Blockade», sagte der iranische Aussenminister Abbas Araghtschi am Rande des Treffens der Brics-Aussenminister in Neu-Delhi dem Staatssender Press TV.

Abbas Araghtschi
Irans Aussenminister Abbas Araghtschi. - keystone

«Was uns betrifft, so ist die Strasse von Hormus für alle Handelsschiffe offen», sagte Araghtschi weiter, nur müsse eine Durchfahrt im Vorfeld mit den iranischen Seestreitkräften koordiniert werden. Araghtschi äusserte zugleich die Hoffnung, dass die aktuelle Lage durch eine Aufhebung der «illegalen Blockade» durch die USA entschärft werde.

USA und China «einig, dass Hormus-Strasse offen bleiben muss»

11.10: Laut einer Stellungnahme des Weissen Hauses haben Donald Trump und Xi Jinping bei ihrem Treffen in China auch über den Iran gesprochen. «Beide Seiten waren sich einig, dass die Strasse von Hormus offen bleiben muss, um den freien Energiefluss zu gewährleisten», steht darin.

Donald Trump Xi Jinping
Donald Trump wurde von Xi Jinping in China empfangen. - keystone

Xi «stellte zudem Chinas Ablehnung der Militarisierung der Meerenge sowie jeglicher Bestrebungen, für deren Nutzung Gebühren zu erheben, klar. Und bekundete Interesse daran, mehr amerikanisches Öl zu kaufen, um Chinas Abhängigkeit von der Meerenge in Zukunft zu verringern», so das Weisse Haus.

Ob Xi zugestimmt habe, Chinas Engagement zur Beendigung des Konflikts auszuweiten, wurde daraus nicht ersichtlich.

Kämpfe im Libanon dauern vor Gesprächen in Washington an

10.30: Die Kampfhandlungen zwischen Israel und der Hisbollah halten auch vor den erwarteten Gesprächen zwischen israelischen und libanesischen Vertretern in der US-Hauptstadt Washington weiter an. Die libanesische Nachrichtenagentur NNA berichtete von mehreren Angriffen Israels im Südlibanon.

Libanon Israel Angriff
Libanesische Rettungskräfte und Soldaten der Armee untersuchen die Trümmer eines Fahrzeugs, das bei einem israelischen Angriff in der südlichen Küstenstadt Sidon im Libanon am 13. Mai 2026 getroffen wurde. - keystone

Bei einem Angriff auf den Ort Sibkin nahe der Küstenstadt Tyrus wurden demnach mindestens neun Menschen verletzt. Weitere Verletzte wurden bei einem Angriff auf den Ort Aitit gemeldet. Das israelische Militär teilte mit, die Berichte zu prüfen.

Erst am späten Mittwochabend hatte das Gesundheitsministerium in Beirut gemeldet, dass bei einem Angriff auf einen Ort nahe der Stadt Nabatija sechs Menschen getötet wurden. Darunter seien drei Minderjährige und zwei Frauen gewesen.

Pentagon stoppt Entsendung von 4000 Soldaten nach Europa

03.10: Das US-Verteidigungsministerium hat Medienberichten zufolge die Entsendung von mehr als 4000 Soldaten einer Kampfbrigade nach Europa gestoppt. Die Entscheidung dazu sei am Mittwoch bei einem Treffen des Europa-Kommandos der US-Streitkräfte (Eucom) und Teilen des US-Heeres kommuniziert worden, berichtete unter anderem das «Wall Street Journal» unter Berufung auf einen Beamten des Pentagons.

Rubio: USA setzen bei Strasse von Hormus auf Hilfe aus China

03.00: Die USA setzen nach Aussagen von Aussenminister Rubio zur Lösung der Situation rund um Hormus auf Unterstützung aus China. «Wir hoffen, sie davon überzeugen zu können, eine aktivere Rolle dabei zu spielen, den Iran dazu zu bewegen, von dem Abstand zu nehmen, was er derzeit im Persischen Golf tut und zu tun versucht», sagte Rubio dem Sender Fox News an Bord der Air Force One auf dem Weg nach China.

hormus
Dem Genfer Rohstoffhändler brachte das Geschäft laut Bloomberg bis zu 60 Mio. Dollar ein. (Symbolbild) - keystone

Die Chinesen hätten aus mehreren Gründen ein Interesse an einer Lösung der Situation in der aktuell weitgehend unpassierbaren Meerenge, betonte Rubio. So sässen etwa auch chinesische Schiffe aktuell im Persischen Golf fest.

Rubio verwies zudem darauf, dass Chinas Wirtschaft exportorientiert sei und unter den weltweiten wirtschaftlichen Belastungen durch die Krise in der Meerenge leide, da andere Länder in der Folge weniger chinesische Produkte kaufen würden.

Weitere Hinrichtung im Iran nach Protesten

02.15: Im Iran ist ein weiterer Mann im Zusammenhang mit den Massenprotesten im Januar hingerichtet worden. Wie die mit der Justiz verbundene Nachrichtenagentur Misan meldete, wurde das Todesurteil gegen Mohammad Abbasi vollstreckt.

Irans Justiz hatte ihm vorgeworfen, bei Unruhen im Januar einen Polizeibeamten erstochen zu haben. Der Vorfall ereignete sich nach Angaben von Misan in Melard, einem Vorort westlich der Hauptstadt Teheran. Der Oberste Gerichtshof habe das Urteil bestätigt.

Kommentare

User #6479 (nicht angemeldet)

Iran gewinnt den Krieg 😊👍

User #3040 (nicht angemeldet)

Auf Cooper wartet die Entlassung!

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