Bildung: Leistungsdruck in der Schule muss nicht sein!
Dank des guten Schweizer Schulsystems stehen Schweizer Schülerinnen und Schüler nicht unter Leistungsdruck. Das, obschon die Anforderungen tendenziell steigen.

Das Wichtigste in Kürze
- Eltern und Lehrpersonal können den Schulstress für die Kinder mindern.
- «Eustress» oder auch positiver Stress genannt, kann die Kinder auch anspornen.
- Um positiv durchs Leben zu gehen, müssen Kinder einen guten Familienhintergrund haben.
Wer heute eine Primarschule in der Schweiz besucht, erlebt ein Bildungssystem, das sich in den letzten 20 Jahren verändert hat. Sowohl die Anforderungen, als auch das Bewusstsein dafür, was Kinder brauchen, um gut lernen zu können.
Die Health Behaviour in School-aged Children-Studie, die grösste internationale, von der WHO unterstützte Erhebung zur Kinder- und Jugendgesundheit, befragt alle vier Jahre rund 10'000 Kinder und Jugendliche zwischen elf und 15 Jahren.
Die Ergebnisse helfen Schulen, Kantonen und Familien, besser zu verstehen, wie es Kindern im Schulalltag wirklich geht. So können diese Kinder gezielt unterstützt werden. Beispielsweise mit Förderungen.
Die Studie zeigte, dass viele Kinder oft unter Schulstress litten. Doch keine Sorge, es gibt Möglichkeiten, wie so ein Schulstress die Bildung der Kinder trotzdem nicht beeinflusst.
Bildung: Wenn die Familie stark ist, klappt es mit dem Lernen!
Ein grosser Teil des Drucks hat strukturelle Gründe. Das Schweizer Bildungssystem trennt die Schülerinnen und Schüler früh auf verschiedene Leistungsniveaus.

Welche Abteilung ein Kind nach der Primarschule besucht, hat weitreichende Folgen für Lehrstelle, Beruf und oft auch Selbstbild. Eltern wissen das. Und viele von ihnen reagieren mit Nachhilfe, Lernprogrammen und hohen Erwartungen an die Noten.
Wie die Schweizerische Koordinationsstelle für Bildungsforschung 2023 festhält, ist der sozioökonomische Hintergrund einer Familie ein zentraler Einflussfaktor auf den Bildungsverlauf.
Zusätzlich läuft der soziale Vergleich heute rund um die Uhr. Schulnoten landen auf Chatgruppen, Lernplattformen zeigen Ranglisten. Was früher höchstens im Schulzimmer sichtbar war, ist jetzt permanent präsent.
Das muss jedoch nicht sein. Wenn das Kind nach Hause kommt, versuchen Sie, ihm ein Anker zu sein. Fragen wie «Wie war die Klassenarbeit?» oder «Wie war die Schule?» können warten. Besser sind Fragen wie «Wie geht es dir?» oder «Worauf hast du heute Hunger?». So wird das Kind abgelenkt und freut sich auf das Zuhause.
Bildung: Herausforderung als Chance
Anforderungen sind nicht per se belastend. Im Gegenteil: Ein gewisses Mass an Herausforderung ist wichtig. Es bringt Kinder dazu, sich anzustrengen, weiterzumachen und Leistung als etwas Positives zu erleben. Fachleute nennen das «Eustress». Dieser Stress ist eine Art von Spannung, die motiviert statt blockiert.

Schulen können diesen positiven Druck fördern. Die Pädagogische Hochschule Zürich hält fest, dass Lehrpersonen mit klaren Strukturen, nachvollziehbaren Anforderungen und einer offenen Fehlerkultur viel bewirken können.
Fehler gelten heute zunehmend als normaler Teil des Lernens und nicht als Versagen. Jeder darf Fehler machen und das sollte auch so von Eltern, aber auch Lehrpersonal vermittelt werden.
Was Lehrpersonen heute mitbringen
Lehrpersonen müssen jeden Tag Stoff und Bildung vermitteln, Noten setzen und gleichzeitig das Wohlbefinden ihrer Klasse im Blick behalten.
Die Ausbildung und Weiterbildung von Lehrpersonen hat in der Schweiz in den letzten Jahren stark auf genau diese Kombination gesetzt. So ist es auch in naher Zukunft möglich, dass Bildung für die Jugend Spass macht, auch wenn ein klein wenig Stress dazu kommt.
Bildung: Was Lehrpersonen und Eltern tun können
Kinder, die zu Hause offen über ihren Schulalltag reden können, sind laut dem Bildungsbericht Schweiz besser in der Lage, mit Anforderungen umzugehen. Nicht, weil ihre Eltern alle Probleme lösen, sondern weil sie gehört werden.

Lehrpersonen tragen demnach nur einen Teil der Verantwortung. Was nach Schulschluss passiert, können sie
Das klingt simpel. Ist es aber nicht immer. Gerade Eltern, die selbst unter Druck stehen, neigen dazu, Noten stärker zu gewichten als das Befinden ihres Kindes.
Einen Schritt zurückzutreten und zu fragen: «Wie geht es dir eigentlich?» kann manchmal mehr helfen als eine weitere Nachhilfestunde.
So kann Bildung auch unter Druck funktionieren. Wer sich nicht sicher ist, kann die Lehrer oder das Schulpersonal um Hilfe fragen. Auch wenn es Kraft kostet, über seinen Schatten zu springen.














