SVP-Glarner wird Opfer von Fatshaming

Shitstorm für einen Kritiker von SVP-Nationalrat Andreas Glarner: Er beleidigt ihn öffentlich für sein Gewicht – selbst Glarner-Gegnern geht das zu weit.

Andreas Glarner
Mit diesen beiden Bildern macht sich ein Gegner über SVP-Nationalrat Andreas Glarner lustig. - Facebook

Das Wichtigste in Kürze

  • Andreas Glarner wird im Netz Opfer einer Bodyshaming-Attacke.
  • Selbst politische Gegner sind empört.
  • Er selbst nimmts gelassen – ihn interessiere so etwas nicht.

Zu Nationalrat Andreas Glarner (AG) haben in der Schweiz wohl fast alle eine Meinung. Der SVP-Politiker provoziert bekanntlich gerne.

Doch jetzt erntet auch ein politischer Gegner einen Shitstorm für beleidigende Aussagen über Glarner.

Denn: In der Öffentlichkeit tritt der Aargauer Politiker aktuell besonders aufgrund der 10-Millionen-Initiative auf. Die SVP-Initiative verlangt, dass die Wohnbevölkerung der Schweiz bis 2050 unter zehn Millionen bleibt.

Der Hauptgrund für das Bevölkerungswachstum in der Schweiz ist die Zuwanderung, die der SVP bekanntlich ein Dorn im Auge ist.

Ihre Argumente für die Initiative: Die Zuwanderung sei zu hoch und führe unter anderem zu Stau und überfüllten Zügen. Dichtestress also. Und genau diesen Kampfbegriff macht sich ein Kritiker für wüste Beleidigungen zunutze.

«Ich rede von der Physis»

Ein Schweizer schreibt unter dem Namen Ivan Ehrbar auf Facebook: «Der Glarner Andi beklagt sich regelmässig, man leide in der Schweiz an und unter Dichtestress.»

Er macht sich darüber lustig, dass die SVP «nach langer Analyse» die Ursache für diesen Dichtestress gefunden habe: Einwanderer, Migrantinnen und Migranten, Geflüchtete und Asylsuchende.

Auch er selbst habe das Problem nun analysiert – und habe eine andere Ursache gefunden: Andreas Glarner.

«Man beachte die bemerkenswerte Entwicklung unseres Nationalrates aus dem Aargau. Und ich rede von der Physis (...)», schreibt er, und bezeichnet Glarners Optik gehässig als «hemdenfüllend».

Dazu postet er ein älteres Bild des Nationalrats und ein aktuelles. «Da müssten sich eigentlich diejenigen über Dichtestress beklagen, die mit ihm im Bus sitzen müssen.»

«Unter der Gürtellinie»

Der Post sorgt für Wirbel – er hat über 110 Kommentare und fast 100 Likes.

Der Fatshaming-Angriff auf den Nationalrat ist selbst für viele seiner Gegner zu viel. «Ich bin kein Fan von Andreas Glarner. Aber dieser Post ist unter der Gürtellinie», urteilt eine Schweizerin.

Politische Gegner öffentlich für ihr Äusseres beleidigen ...

Eine andere bekräftigt ebenfalls, dass sie nichts von Glarner hält. Doch genauso sehr enttäuscht sie dieser Post. Sich über das Aussehen von jemandem lustig zu machen, «ist niveaulos», findet sie.

Ein Nutzer kritisiert den Post-Verfasser dafür, sich derartig auszulassen «über die Optik eines Menschen, welcher ihm nicht genehm ist». Denn: «Sie amten auf dem gleichen scheinbar tiefen Niveau wie diese Partei, die Sie hassen.»

Glarner pfeift auf Bodyshaming-Attacke

Glarner selbst nimmt die Bodyshaming-Attacke gelassen. Auf Anfrage von Nau.ch sagt er dazu nur: «In aller Kürze: Das interessiert mich nicht!»

Es ist bei Weitem nicht das erste Mal, dass Glarner im Netz angegriffen wird. Besonders bekannt ist ein Fall aus dem Jahr 2022.

Damals bezeichnete der Zürcher Journalist Hansi Voigt Glarner auf Twitter, heute X, als «Gaga-Rechtsextremist». Die Aussage sorgte für Schlagzeilen, weil Glarner ihn daraufhin anzeigte – und vor Gericht verlor.

Das Aargauer Obergericht entschied letztes Jahr, Glarner müsse die Bezeichnung im politischen Diskurs akzeptieren.

Doch auch Glarner ist bekannt dafür, auszuteilen. 2021 etwa schoss er selbst gegen das Aussehen einer Politikerin.

Damals postete er auf Social Media: «Nachdem die Grünen Annalena Baerbock als Kanzlerkandidatin ernannt haben, wäre es nur konsequent, Claudia Roth als Kandidatin für die Miss-Germany-Wahl anzumelden.»

Auch ihm brachte die Aussage damals einen Shitstorm ein. Viele kritisierten den Post als frauenfeindlich.

Kommentare

User #5529 (nicht angemeldet)

Man sollte eine Person nie nach dem Aussehen beurteilen. Worte und vorallem Taten sind zu beurteilen. Und da gibt es genug Material... meine Güte.

User #5926 (nicht angemeldet)

Linker Hass gegen rechte Politiker kennt keine Grenzen! Je erfolgreicher die Konservativen international werden, umso mehr hetzen gewisse Linke. Meine Meinung: Wollen Sie die Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)» annehmen? JA! 👍 JA! 👍 JA! 👍

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