Blei-Gefahr: Bund lässt potenziell giftige Spielplätze untersuchen

Simon Ulrich
Simon Ulrich

Bern,

Seit April gilt für belastete öffentliche Spielplätze eine Sanierungspflicht. Wie viele Anlagen betroffen sind, ist noch unklar.

Spielplatz
Blei im Boden kann für Kinder gefährlich sein. Kantone sollen nun prüfen lassen, wo Spielplätze saniert werden müssen. (Symbolbild) - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Auf Spielplätzen könnten Kinder mit belasteten Böden in Kontakt kommen.
  • Besonders Blei gilt als riskant, weil es die Hirnentwicklung schädigen kann.
  • Gemeinden müssen Verdachtsfälle nun prüfen und den Kantonen melden.

Auf Schweizer Spielplätzen könnten Kinder mit belasteten Böden in Kontakt kommen. Besonders problematisch ist Blei, das die Hirnentwicklung schädigen kann.

Wie viele Spielplätze betroffen sind, ist noch unklar. Gemeinden müssen nun Verdachtsfälle prüfen und den Kantonen melden, wie der «Blick» berichtet.

Seit April 2025 gilt für öffentliche Spielplätze eine Sanierungspflicht. Das Bundesamt für Umwelt zählte vor April rund 200 sanierungsbedürftige Kinderspielplätze auf ehemaligen Industrie-, Ablagerungs- oder Unfallstandorten.

Inzwischen könnten aber deutlich mehr Flächen betroffen sein.

Neue Risikofaktoren rücken Spielplätze in den Fokus

Grund sind neue Risikofaktoren. Früher wurde Asche aus Kohle- oder Holzheizungen oft in Gärten verteilt. So konnten sich Schwermetalle im Boden ansammeln. Auch teerhaltige Eisenbahnschwellen können Böden belasten.

Der Bund rechnet in den kommenden 35 Jahren mit Kosten von 1,1 bis 1,6 Milliarden Franken für Untersuchungen und Sanierungen.

Bei öffentlichen Spielplätzen übernimmt der Bund 60 Prozent der Kosten, bei privaten 40 Prozent. Private Eigentümer sind jedoch nicht zur Sanierung verpflichtet.

Viele Gemeinden kennen die Verdachtsflächen noch nicht

Bisher sind erst wenige Gesuche eingegangen. Laut Bafu liegt das auch daran, dass viele Gemeinden noch nicht wissen, wo Belastungen möglich sind.

Die Kantone sollen die Gemeinden nun auffordern, Listen ihrer öffentlichen Spielplätze zu erstellen. Danach entscheiden die Kantone, wo weitere Untersuchungen nötig sind.

Bereiten dir belastete Böden auf Spielplätzen Sorgen?

Bei einer Prüfung wird zuerst mit einem Handbohrstock Boden entnommen. Muss saniert werden, werden meist die obersten 20 bis 30 Zentimeter Erde entfernt.

In Bern wird ein Spielplatz bereits saniert

Erste Fälle gibt es bereits in Reconvilier BE und in Bern. In Bern soll der Spielplatz Alte Gärtnerei saniert werden, weil dort Bleigrenzwerte überschritten wurden. Die Sanierung kostet rund 600’000 Franken.

Für Eltern bleibt vorerst unklar, welche Spielplätze betroffen sind. Neuere Anlagen aus den vergangenen 30 bis 40 Jahren gelten als weniger gefährdet.

Höher ist das Risiko auf früheren Industrieflächen oder in älteren Wohngebieten, in denen früher Asche ausgetragen wurde.

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Kommentare

User #4451 (nicht angemeldet)

😉Was viel schlimmer ist, ist das was die Eltern den Kleinkindern alles zum Essen während dem Spielen geben. Sowas schadet den Kindern viel mehr als ein bisschen Spielsanddreck zu Essen. Sehe es tagtäglich bei uns auf dem Spielplatz. Hochraffinierte Produkte, zu viel gesüsste Getränke usw. Das sieht man auch in und um den Abfallkübeln der Spielplätze am Abend wenn sie wieder Zuhause gegangen sind und Mio-Bio-Supereltern spielen tun. Wenn sie um die Gesundheit ihrer Kinder wirklich besorgt sind, wieso gehen sie freiwillig dorthin? Wieso nicht Zuhause oder im heimischen Garten spielen? Weil dort Papa mit Pestizide gegen Unkraut massiv "herumgefurchtelt" hat? Weil es in der Wandfarbe chemische Rückstände haben könnte? Kinder müssen ihr Immunsystem selber stärken. Sonst später.. Allergien-Intoleranzen-Ausschläge vorprogrammiert. Der Körper muss peu a peu lernen, mit diesen Stoffen um zu gehen. Da gibt es leider kein Weg vorbei.

User #4281 (nicht angemeldet)

Wenn man überall eine klar linksextreme Regierung hat, dann kommt genau so ein Blödsinn raus! Blei hat nun wirklich noch keinem Kind geschadet.

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