Flughafen in Kuwait bei iranischer Attacke beschädigt
Die USA und der Iran haben sich eines der schwersten Feuergefechte seit Beginn der Waffenruhe geliefert. Dabei wurde auch der Flughafen von Kuwait beschädigt.

Das Wichtigste in Kürze
- Der Iran feuerte Raketen und Drohnen auf US-Stützpunkte in Kuwait und Bahrain.
- Das US-Militär wehrte alle Angriffe ab und schlug mit Gegenschlägen auf die Qeschm zurück.
- Bei den Angriffen wurde auch der Flughafen von Kuwait beschädigt.
Irans Revolutionsgarden feuerten in der Nacht ballistische Raketen und Drohnen auf die benachbarten Golfstaaten Kuwait und Bahrain. Das US-Militär wiederum griff eine iranische Militäreinrichtung auf der Insel Qeschm in der Strasse von Hormus an.
Ziel der iranischen Angriffe waren nach Angaben aus Teheran US-Militärstützpunkte in den Staaten am Persischen Golf.
Bei den Angriffen wurde auch der internationale Flughafen von Kuwait beschädigt. Dieser hat seinen Flugverkehr vorerst eingestellt, wie die Luftfahrtbehörde des Landes mitteilt.
بيان رقم (63)
— KUWAIT ARMY - الجيش الكويتي (@KuwaitArmyGHQ) June 3, 2026
صرّح المتحدث الرسمي لوزارة الدفاع، العقيد الركن سعود عبدالعزيز العطوان، بأن عدداً من الطائرات المسيّرة المعادية استهدفت اليوم مبنى الركاب (T1) بمطار الكويت الدولي نتيجة العدوان الإيراني الآثم، ما أسفر عن أضرار مادية جسيمة في المبنى وإصابة عدد من الأشخاص، حيث تلقوا… pic.twitter.com/HMSd0TX7sG
Mehrere «feindliche» Drohnen hätten «im Rahmen einer iranischen Aggression» das Passagierterminal T1 des Flughafens getroffen. Dies erklärt die kuwaitische Armee auf X. Es habe «erhebliche materielle Schäden» gegeben.
Wie die amtliche Nachrichtenagentur Kuna meldet, wurde Flugverkehr wurde vorerst ausgesetzt.
Bei dem jüngsten iranischen Drohnenangriff auf Kuwait sind am Flughafen der Hauptstadt mehrere Menschen verletzt worden. Die Verletzten seien ärztlich behandelt worden.
Furcht vor einer erneuten Eskalation des Kriegs
Es waren nicht die ersten gegenseitigen Angriffe seit Inkrafttreten der Waffenruhe am 8. April, aber mit jeder neuen Attacke steigt die Furcht vor einer erneuten Eskalation des Kriegs.
Der jüngste Schlagabtausch erfolgte vor dem Hintergrund stockender Verhandlungen um ein Rahmenabkommen, mit dem der Krieg beendet und die Strasse von Hormus wieder für die Schifffahrt geöffnet werden soll.

Das US-Militär wehrte die Angriffe des Irans nach eigenen Angaben erfolgreich ab. Mehrere ballistische Raketen und Drohnen seien abgefangen worden, teilte das für den Nahen Osten zuständige Regionalkommando (Centcom) auf X mit. Als Reaktion habe man zudem «Selbstverteidigungsschläge» auf Qeschm durchgeführt.
Kurz darauf wehrte das US-Militär nach eigenen Angaben eine weitere «Welle iranischer Drohnen» ab, die Einrichtungen des US-Militärs in Kuwait zum Ziel hatten. Die Angaben des US-Militärs zu den Ereignissen der Nacht liessen sich zunächst unabhängig überprüfen.
Vergeltung nach Tanker-Angriff
Grund für den jüngsten gegenseitigen Beschuss schien ein Einsatz des US-Militärs vom Dienstag gewesen zu sein. Die Streitkräfte hatten vor der für Irans Ölexport wichtigen Insel Charg nach eigenen Angaben einen unbeladenen Öltanker angegriffen.
Dieser soll versucht haben, trotz der US-Blockade einen iranischen Hafen anzulaufen. Das Schiff habe Warnungen ignoriert und sei letztlich mit einer Rakete ausser Gefecht gesetzt worden, hiess es.
Ein iranischer Militärsprecher bestätigte auf der Plattform X Vergeltungsschläge durch die Revolutionsgarden, der Elitestreitmacht der Islamischen Republik.
Man habe gewarnt, «dass jede Aggression eine andere und entschiedenere Reaktion nach sich ziehen würde, und wir haben diese auch umgesetzt. Diese Reaktionen sollten eine Lehre sein», hiess es. Jede Bedrohung der Sicherheit der Strasse von Hormus werde das US-Militär «teuer zu stehen kommen», warnte er.
Irans Streitkräfte hatten kurz nach Kriegsbeginn die Kontrolle über die Meerenge übernommen, die als Exportroute für Dünger, Öl und Flüssiggas für die Weltwirtschaft von grosser Bedeutung ist.
Die USA haben ihrerseits eine Seeblockade verhängt, um den Iran am Export von Öl zu hindern. Die USA wollen eine uneingeschränkte Wiederöffnung der Strasse von Hormus erreichen.
Kuwait und der Inselstaat Bahrain hatten in der Nacht Angriffe mit Raketen und Drohnen gemeldet. Nach US-Angaben verfehlten Irans jüngste Angriffe ihre Ziele, entweder weil Raketen nicht funktionierten oder weil sie von der Luftabwehr abgefangen wurden.
Das US-Militär teilte weiter mit, es seien drei vom Iran auf zivile Schiffe abgefeuerte Drohnen abgeschossen worden. Die Schiffe hätten sich rechtmässig in den Gewässern der Region befunden.
Behauptungen der iranischen Revolutionsgarden, in Bahrain das Hauptquartier der US-Marine im Nahen Osten sowie einen US-Luftwaffenstützpunkt in der Region mit Raketen und Drohnen getroffen zu haben, dementierte Centcom. Dies sei falsch.
Alle iranischen Angriffe auf US-Streitkräfte seien gescheitert. Man bleibe bereit, sich gegen «unprovozierte iranische Aggressionen zu verteidigen», hiess es.
Trump: Verhandlungen laufen weiter
US-Präsident Donald Trump hatte am Dienstag ungeachtet gegenteiliger Aussagen aus dem Iran bekräftigt, dass die Verhandlungen zwischen Washington und Teheran zum Iran-Krieg andauern.
«Fake-News-Berichte, wonach die Islamische Republik Iran und die USA vor einigen Tagen die Gespräche eingestellt hätten, sind falsch und irreführend», schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Die Gespräche liefen ununterbrochen weiter.
«Wohin sie führen, weiss man nie», schrieb Trump weiter. Aber er habe dem Iran gesagt, es sei an der Zeit, «auf die eine oder andere Weise einen Deal abzuschliessen».

Vor Trumps Post hatte die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den Revolutionsgarden nahesteht, berichtet, seit mehreren Tagen fänden keine Gespräche mehr zwischen Teheran und Washington statt. Bereits am Montag hatte die iranische Agentur Tasnim ähnlich berichtet und das Ende der indirekten Verhandlungen mit dem andauernden Krieg Israels gegen die proiranische Hisbollah-Miliz im Libanon begründet.
Am Montag hatte Trump ein Ende der Kämpfe im Libanon angekündigt. Heute sollen die politischen Gespräche zwischen Vertretern Israels und des Libanons in der US-Hauptstadt Washington fortgesetzt werden. Libanons Regierung ist selbst keine Konfliktpartei. Die Hisbollah lehnt Verhandlungen mit Israel aber ab.













