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YB in Birmingham: Studie spricht von Missverständnis

Simon Binz
Simon Binz

Bern,

Ein Missverständnis liess die Ausschreitungen beim Spiel von YB gegen Aston Villa in Birmingham eskalieren – das zeigt eine neue Studie der Uni Bern.

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Die YB-Anhänger sorgten bei Aston Villa im November 2025 für einen Eklat. Eine Studie hat die Vorgänge untersucht. - Twitter/@StokeyyG2

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Uni Bern hat die Fangewalt beim YB-Spiel in Birmingham im November untersucht.
  • Laut Studie kannte die britische Polizei das Schweizer Modell mit Fanvermittlern nicht.
  • Irrtümlich sei eine Ansprechperson verhaftet worden, schreiben die Studienautoren.
  • Die Studie rechtfertigt die Gewalt nicht, will aber helfen, Fankulturen zu verstehen.

Acht verhaftete YB-Fans, Verletzte, eskalierende Gewalt: Das Europa-League-Spiel zwischen YB und Aston Villa in Birmingham vom vergangenen November hat Schlagzeilen gemacht. Nun liegt eine Fallstudie der Universität Bern vor – und die zeichnet ein differenziertes Bild der Ereignisse.

Das Kernproblem: Die britische Polizei kannte die in der Schweiz übliche Praxis von Fanvermittlern schlicht nicht. Rückblende: YB-Fans warfen nach dem ersten und zweiten Tor Gegenstände auf den Platz.

Daraufhin schickte der Schiedsrichter YB-Captain Loris Benito als Vermittler zu den Fans. Gleichzeitig begab sich eine Ansprechperson der Fankurve in Richtung Spielfeld – ein in der Schweiz üblicher Schritt zur Deeskalation.

Was war der Hauptgrund für die Ausschreitungen in Birmingham?

Die britische Polizei interpretierte die Situation laut Alain Brechbühl falsch. Der Projektverantwortliche am Institut für Strafrecht und Kriminologie der Universität Bern und Mitautor der Studie, erklärt gegenüber dem «Regionaljournal Bern»: «Die britische Polizei hat nicht gewusst, dass in Schweizer Fankurven Ansprechpersonen existieren. So hat sie den Vermittler verhaftet, worauf die Situation eskaliert ist.»

Unterschiedliche Fankulturen prallen aufeinander

In der Schweiz sind Fanvermittler und sogenannte «Points of Contact» ein etabliertes Mittel zur Konfliktlösung. In englischen Stadien ist dieses Modell unbekannt – die Fans seien dort weniger organisiert, so Brechbühl weiter.

Auch das Werfen von Gegenständen aufs Spielfeld komme in der Schweiz vergleichsweise häufig vor; dafür gebe es hierzulande Fangnetze. Die Folgen des Vorfalls – Verletzungen, Verhaftungen, Inhaftierungen – seien das Ergebnis von Fehlinterpretationen und nicht von vorsätzlicher Gewalt.

Die Erkenntnisse sollen die Übergriffe der Fans von YB nicht entschuldigen, betont Brechbühl ausdrücklich: «Es hat gegenüber der Polizei körperliche Übergriffe gegeben, die inakzeptabel sind.» Dennoch ist die Botschaft der Studie klar: «Die Gewalt in Birmingham wollte niemand – weder Fans, noch Polizei, noch der Club.»

Die Fallstudie entstand im Rahmen eines laufenden Forschungsprojekts zum Umgang mit Gewalt rund um Fussballspiele. Daran beteiligt war auch eine englische Partneruniversität – finanziert wurde die Studie vom Schweizerischen Nationalfonds. Untersucht wurde dabei das Polizeiverhalten bei Spielen in der Schweiz und in England.

Studie deckt sich mit Aussagen von Benito

Brisant: Die Studie über den Vorfall mit YB deckt sich mit den Aussagen von Loris Benito. Der BSC-Captain hatte damals schon nach dem Match erklärt, dass es sich wohl um ein «grosses Missverständnis» gehandelt habe.

Loris Benito YB
Wie YB-Captain Loris Benito kommt auch eine Studie der Uni Bern zum Schluss, dass die Ausschreitungen der YB-Fans in Birmingham ein Missverständnis waren. - keystone

Für Benito war klar: «Ich kenne unsere Fans sehr gut, ich weiss dass da absolut keine Böswilligkeiten dahinter steckten.»

Kommentare

User #6019 (nicht angemeldet)

Egal ob Missverständnis oder nicht.was sich diese Fans???erlaubt haben ist Unterste Schublade Pfui😡

User #2212 (nicht angemeldet)

In Bern scheint es besonders viele solcher Fans zu haben, die man bevormunden muss. Vielleicht sollte man eine YB-Fan KESB gründen. Da gibt es viel zu tun.

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