Greenpeace kritisiert Frankreichs Uran-Importe aus Russland

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Frankreich,

Die Umweltschutzorganisation Greenpeace wirft Frankreich vor, trotz des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine weiterhin atomares Material aus Russland zu beziehen. Eine Auswertung von Zolldokumenten sowie Daten zu Uran-Lieferungen wiesen darauf hin, dass Russland weiterhin von grosser Bedeutung für den französischen Stromkonzern EDF, das Atomunternehmen Orano und das Kerntechnikunternehmen Framatome sei.

Greenpeace
Greenpeace kritisiert Frankreich. - keystone

Eine Schlüsselrolle bei den Lieferungen von angereichertem Uran spiele der russische Nuklearkonzern Rosatom, teilte Greenpeace mit. Von den vielfältigen Sanktionen gegen Russland ist der Kernkraftsektor bislang aber ausgenommen.

Der Handel zwischen der französischen und der russischen Atomindustrie laufe weiter, als hätte Russland keinen Krieg gegen die Ukraine begonnen, sagte Greenpeace-Atomexpertin Pauline Boyer. «Wir sehen heute, dass Frankreich aufgrund seiner energiepolitischen Entscheidungen von der russischen Atomindustrie abhängig ist, die mittlerweile zu einem kriminellen Kriegsunternehmen geworden ist.» Diese Abhängigkeit widerlege die angebliche «Energiesouveränität» Frankreichs dank der Kernenergie.

Das Wirtschaftsministerium in Paris erklärte, dass die Regierung «entschlossen ist, die Abhängigkeit von Russland in allen Bereichen, einschliesslich der Kernenergie, zu verringern» und dass sie «aktiv über Möglichkeiten zur Steigerung der souveränen industriellen Kapazitäten» im Bereich der Umwandlung und Anreicherung von Uran diskutiert, berichtete die Zeitung «Le Monde». Auf weitere Anfragen reagierte das Ministerium nicht.

Wie Greenpeace unter Verweis auf Daten des Zolls aufführt, ist der Anteil der Importe von angereichertem Uran aus Russland an den Gesamtimporten Frankreichs von 67 Prozent 2022 auf 24 Prozent 2024 gesunken. 2025 habe es nur eine einzige Einfuhr gegeben. Rund die Hälfte der französischen Uran-Importe kämen aus Kasachstan und Usbekistan und würden weiterhin über russisches Gebiet unter der Kontrolle von Rosatom transportiert und dann über die Häfen Dunkerque und Rotterdam angeliefert.

Kommentare

User #4379 (nicht angemeldet)

Ja, mehr verlogen geht ja nicht...

User #2767 (nicht angemeldet)

Es gibt keine Krise bezüglich Klima! Wann erwachen die Menschen auf und sehen die Lügerrei dahinter!

Weiterlesen

Thomas Matter Philipp Bregy
143 Interaktionen
10-Mio.-Initiative
Kantonsrätin
5 Interaktionen
Zürich

MEHR GREENPEACE

AKW Gösgen
125 Interaktionen
Greenpeace klagt
Wal
1 Interaktionen
Wismar/Schwerin
greenpeace
18 Interaktionen
Dünkirchen

MEHR AUS FRANKREICH

French Open
Weltnummer 1
Macron Brille
7 Interaktionen
Paris
Zverev
5 Interaktionen
«Absolute Weltklasse»
Nahost-Konflikt
1 Interaktionen
Paris