Drohnen überschatten Start von Petersburger Wirtschaftsforum

Keystone-SDA
Keystone-SDA

Ukraine,

Die Ukraine hat direkt vor Beginn eines wichtigen internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg die Millionenstadt an der Ostsee massiv mit Drohnen attackiert.

Rauch steigt auf im Hafen von St. Petersburg, Russland. Foto: Ulf Mauder/dpa
Rauch steigt auf im Hafen von St. Petersburg, Russland. Foto: Ulf Mauder/dpa - Keystone/dpa/Ulf Mauder

Eingeschlagen seien sie im Ölterminal des Petersburger Hafens, teilte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nach den Attacken mit. «Auch rein militärische Ziele im Stützpunkt Kronstadt wurden getroffen».

Kronstadt, eine St. Petersburg vorgelagerte Insel, ist ein wichtiger Militärstandort und dient der russischen Ostseeflotte als Basis. Selenskyj bezeichnete die Einschläge als «gutes Resultat» der gemeinsamen Arbeit von Drohneneinheiten verschiedener Truppengattungen und Geheimdienste.

Die Ziele lägen fast 1.100 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt, betonte er. Laut dem Chef der ukrainischen Drohnentruppen, Robert Browdi, haben die Drohnen dabei auch die Korvette «Bojki» der russischen Kriegsflotte in Brand gesetzt.

In St. Petersburg startet heute das Internationale Wirtschaftsforum SPIEF. Kremlchef Wladimir Putin ist Gastgeber bei dem glanzvoll für Gäste aus aller Welt inszenierten Forum. Die russische Führung erwartet auch Unternehmer und Wirtschaftsvertreter aus westlichen Staaten.

In weiten Teilen der Millionenstadt an der Newa konnten die Einwohner nach dem ukrainischen Angriff Rauchschwaden sehen. Im Internet kursieren Bilder und Videos von einfliegenden Drohnen, Einschlägen in den Ölzisternen am Hafen und riesigen in den Himmel steigenden Rauchsäulen.

Die russischen Behörden hatten in der Nacht Luftalarm gegeben. Der Gouverneur von St. Petersburg, Alexander Beglow, bestätigte später bei Telegram den Angriff auf Infrastrukturanlagen. «Es sind einige Objekte beschädigt worden. Momentan läuft die Beseitigung der Folgen.»

Konkrete Angaben zu den Schäden machte er nicht. Alle Einsatzkräfte sind seinen Angaben nach in erhöhter Bereitschaft.

Beglow schrieb zudem, dass mehrere Menschen Verletzungen erlitten hätten. Es gebe aber keine Toten, betonte er. Im Umland der Millionenstadt haben Drohnentrümmer zudem Behördenangaben nach vier Einfamilienhäuser leicht beschädigt.

Wegen des Angriffs auf St. Petersburg gab es auch Luftalarm in den benachbarten baltischen Staaten Estland und Lettland sowie in Finnland.

Der finnische Verteidigungsminister Antti Häkkänen sagte der Zeitung «Iltalehti», sein Land habe in der Nacht zum Mittwoch Hornet-Flugzeuge ausgeschickt, um den finnischen Luftraum zu überwachen.

Häkkänen sprach von einer «normalen Aufrechthaltung der Bereitschaft». Es seien keine ukrainischen Drohnen in den finnischen Luftraum eingedrungen. «Wir beobachten die Lage weiter», sagte Häkkänen der Zeitung.

Die Ukraine hat in der Nacht auch andere russische Regionen angegriffen. Das russische Militär hat eigenen Angaben nach dabei 354 Drohnen abgefangen. Einschläge gab es dennoch.

In der westrussischen Region Smolensk berichtete der Gouverneur vom Tod zweier Mitarbeiter des Katastrophenschutzes.

Zwei weitere erlitten demnach Verletzungen. In der von Russland annektierten Region Donezk starben mindestens sieben Menschen, als eine Drohne in einen Bus einschlug, elf weitere wurden verletzt.

Selenskyj selbst bestätigte den Angriff auf ein Rüstungsunternehmen in der Grossstadt Mitschurinsk: «Ein weiteres Ziel war ein Unternehmen in der Region Tambow, das an der Produktion russischer Rüstungsgüter beteiligt ist», schrieb er.

Medienberichten zufolge handelt es sich dabei um eine Fabrik, die auch Raketentechnik produziert.

Kommentare

User #2735 (nicht angemeldet)

Ein Wirtschaftsforum das ja eigentlich zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit motivieren soll wird zum Zeichen, dass die wirtschaftliche Zukunft von Russland jederzeit durch Drohnenangriffe reduziert werden kann. Kein gutes Signal für potentielle Investoren oder Käufer von russischen Produkten. Die Wirtschaft ist an funktionierenden Abläufen und kaufkräftigen Konsumenten interessiert und nicht an Fabriken die jederzeit wegen Arbeitskräftemangel oder fehlender Energielieferungen kollabieren können. Was die Kaufkraft der russischen Bevölkerung angeht sieht es auch nicht gut aus.

User #4648 (nicht angemeldet)

hier schreiben nur die Leute vom Turnverein heb mich Hoch ? :))))

Weiterlesen

SBB
38 Interaktionen
Ticket-Panne
Kantonsrätin
45 Interaktionen
Zürich

MEHR IN POLITIK

Basel
St. Petersburg
1 Interaktionen
St. Petersburg
Berlingen TG

MEHR AUS UKRAINE

Selenskyj
7 Interaktionen
Kiew/St. Petersburg
krieg in der ukraine
Cosmos-Satelliten
34 Interaktionen
Donezk
24 Interaktionen
Luhansk