Vogelstation Kreuzlingen wird überrannt

Angelina Rabener
Angelina Rabener

Bodensee,

Nicht jeder gefundene Vogel braucht Hilfe. Der Tierschutzverein Kreuzlingen bittet Spaziergängerinnen und Spaziergänger, vor einem Eingreifen genau hinzusehen.

Jungvögel
Hilfe benötigen Jungvögel nur, wenn sie verletzt, geschwächt oder von Katzen oder Hunden gebracht wurden. So wie dieser nackte Nestling. - Vogelstation Kreuzlingen

Immer wieder werden Vögel von Spaziergängerinnen und Spaziergängern gefunden und mitgenommen. «In vielen Fällen brauchen diese Tiere jedoch keine Hilfe», sagt Alice Elgnerova vom Tierschutzverein Kreuzlingen und bittet deshalb darum, vor einem Eingreifen genau hinzusehen.

Im Frühling und Frühsommer werden häufig Jungvögel in Gärten oder auf einem Spazierweg gefunden und vorschnell mitgenommen. Der Tierschutzverein Kreuzlingen und Umgebung weist darauf hin, dass viele sogenannte Ästlinge – etwa Amseln, Krähen oder Elstern – das Nest bereits vor dem Fliegen verlassen und weiterhin von ihren Eltern versorgt werden.

In solchen Fällen soll nicht eingegriffen werden. «Das Team der Vogelstation Kreuzlingen wird aktuell regelrecht überrannt mit Fundvögeln. Wir befinden uns am Anfang der Hauptsaison und fast täglich werden neue Vögel in die Station gebracht», berichtet Alice Elgnerova.

Jungvogel Pflasterstein Gras Schnabel
Wer Vögel am Boden entdeckt, sollte genau hinschauen. - pixabay

Die Volieren seine bereits gut mit Jungvögeln belegt. Kritisch werde es im Juni und Juli, wenn die Mai-Vögel noch in der Station aufgepäppelt werden und viele neue dazukämen. Im Jahr 2025 wurden insgesamt 997 Vögel von der Station aufgenommen.

Hilfe benötigen Jungvögel nur, wenn sie verletzt, geschwächt oder von Katzen oder Hunden gebracht wurden. Hingegen dürfen nackte Nestlinge oder Tiere an gefährlichen Orten gesichert werden.

Die Tiere gehören in eine kleine, gut belüftete Schachtel an einen ruhigen, warmen Ort. Füttern oder Wasser eingeben sei dabei jedoch unbedingt zu vermeiden, da dies lebensgefährlich sein könne.

Hast du schon mal einen vermeintlich hilfsbedürftigen Vogel entdeckt?

Der Verein empfiehlt, hilfsbedürftige Tiere rasch in die Wildvogelstation Kreuzlingen-Sägenösch zu bringen und nicht selbst aufzuziehen. Fehler bei Pflege und Fütterung führten immer wieder zu schweren Schäden oder zum Tod der Tiere.

Tag der offenen Tür

Die Wildvogel- und Reptilienpflegestation lädt am 13. Juni von 11 bis 16 Uhr zum Tag der offenen Tür ein. Die Wildvogel- und Reptilienpflegestation kann besichtigt werden und das Team beantwortet Fragen rund um die Arbeit der Station.

Zudem bereichern verschiedene Partnerorganisationen das Programm: Die SIGS Ostschweiz informiert über die artgerechte Haltung von Schildkröten, die Imkerei Hablützel über die Umsiedlung von Bienen, Wespen und Hornissen, die Stiftung Tierschutzzentrum Thurgau stellt das geplante Tierschutzzentrum vor und Sandra Kneubühler vom Tierschutzverein Kreuzlingen berichtet über Amphibienrettung in der Region.

Hinweis

Angelina Rabener ist Redaktionsleiterin bei den «Kreuzlinger Nachrichten».

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Kommentare

User #5037 (nicht angemeldet)

3 mal habe ich die selbe kleine flugunfähige Elster von der sehr befahrenen Straße vor unserer Haustür "gerettet" In einer Kartonschachtel zur nahen Tierärztin gefahren, und? Sie sagte, Zitat:" So ein Mistfieh". Und hat der armen Elster vor meinen Kindern und mir den Kopf umgedreht und in der Kartonschatel zurück gegeben, 20 Fr. verlangt und gesagt wir sollten den Kadaver entsorgen. Nie im Leben werde ich jemals wieder zu dieser Tierärztin fahren mit einem verletzten Vogel. Apropos Vögel. Meine Hühner wurden auch nicht behandelt, da Nutzviecher. Ich solle die Hühner schlachten hiess es. Inzwischen mache ich fast alles selber und werde mich hüten jemals wieder so "Wohlstandstierärtzte" auf suchen.

User #1051 (nicht angemeldet)

doch an einer bushaltestelle war ein vogel gegen das glas geflogen. er hat die augen bewegt und ich dachte - der schock. beim bäcker nebenan habe ich um einen kuchenkarton gebeten, den vogel hineingelegt und zum tierarzt gebracht. der vogel konnte später vom tierarzt wieder frei gelassen werden. er hatte sich vom schock erholt. ich brauchte nichts bezahlen.

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