Swatch

«Wann haben sich Leute zuletzt um Schweizer Produkt gerissen?»

Simon Binz
Simon Binz

Basel,

Tumulte, Tränengas, Tränen – für Nick Hayek ist der «Royal Pop»-Wahnsinn vor allem eines: ein Kompliment an die Schweiz.

Nick Hayek
Nick Hayek (rechts) freut sich über den Erfolg der neuen Uhr von Swatch. - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Bei der Lancierung der «Royal Pop» kam es in 20 von 220 Swatch-Shops zu Tumulten.
  • Hayek wertet den weltweiten Hype als positives Signal für die Schweizer Uhrenindustrie.
  • Seither wird die 350-Franken-Uhr im Netz zu Wucherpreisen weiterverkauft.

Nach dem weltweiten Tumult rund um den Verkaufsstart der «Royal Pop» hat sich Swatch-Chef Nick Hayek erstmals geäussert. Im Interview mit dem Westschweizer Radio und Fernsehen «RTS» zog er ein positives Fazit.

Was hältst du von Hayeks Aussagen?

«Alle wollen sie haben. Das ist positiv für uns und für die gesamte Schweizer Uhrenindustrie – also sollten wir froh sein.» Und weiter: «Wann haben sich die Leute das letzte Mal um ein Schweizer Produkt gerissen und darum geprügelt? Ich kann mich nicht erinnern.»

Tränengas, Schlägerei, tumultartige Szenen

Swatch räumte ein, dass es in rund 20 der weltweit 220 Boutiquen zu ernsthaften Problemen gekommen war. Extrem lange Warteschlangen und ungenügende Sicherheitsvorkehrungen einzelner Einkaufszentren hätten den Ansturm nicht bewältigen können.

In Paris löste die Polizei eine Gruppe von mehreren hundert Wartenden mit Tränengas auf. In Mailand brach vor einer Boutique eine Schlägerei aus. Aus Lille meldeten mindestens vier Personen, in der Schlange mit Faustschlägen traktiert worden zu sein.

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Hier kam es am Samstag vor einem Swatch-Laden zu Handgreiflichkeiten. - X/@JustFreshKicks

In Chicago musste ein Geschäft vorübergehend schliessen; auch aus Thailand und den USA wurden tumultartige Szenen gemeldet.

Nick Hayek: Niemand wird bevorzugt

Hayek sagte, er hätte diese Szenen lieber nicht gesehen. Swatch tue alles, um den Verkauf friedlich zu organisieren. Und: Niemand werde bevorzugt. «Wenn die Geschäftsleitung, ich oder der Verwaltungsrat diese Uhr haben wollen, müssen wir uns anstellen.»

Wer keinen Platz in der Schlange ergatterte, findet die Uhr inzwischen im Netz. Allerdings zu Wucherpreisen, weit über dem offiziellen Verkaufspreis von 350 Franken.

Die «Royal Pop» ist eine Taschenuhr, die Swatch gemeinsam mit dem Luxusuhrenhersteller Audemars Piguet designt hat. Bereits in der Vergangenheit setzte Swatch auf ähnliche Kooperationen. 2022 mit Omega, 2023 mit Blancpain, beides Marken aus dem eigenen Konzern.

Kommentare

User #5349 (nicht angemeldet)

Ich besitze kein Schmuck auch keine Armbanduhr.Doch dieser Familie H.kann kein Geschäftsmann hierzulande das Wasser reichen.Super gemacht,wie immer,Bravo.

User #2911 (nicht angemeldet)

Diese Leute haben eindeutig keinen Geschmack und zu viel Geld. Für die Internetpreise bekommt man eine 1A Schweizer Markenuhr nicht nur an der ZH Bahnhofstrasse.

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