Schlaf

Schlaf-Messen mit Smartwatch kann sogar schaden statt nützen

Aaron Studer
Aaron Studer

Obwalden,

Die Mehrheit der Bevölkerung schläft schlecht. Smartwatches versprechen Hilfe – doch ein Experte warnt: Sie können sogar eher schaden als nützen.

uhr
Smartwatches sind laut einem Experten zu ungenau, um den Schlaf präzise zu messen. - pexels

Das Wichtigste in Kürze

  • Mit Smartwatches kann man seinen Schlaf messen.
  • Doch: Sie können eigentlich gar nicht beurteilen, ob jemand schläft oder nicht.
  • Ein Schlafexperte warnt: Die Uhren können Schlafprobleme sogar verschlimmern.

Smartwatches und Fitnessarmbänder versprechen, die Schlafqualität präzise zu messen. Doch ein Schlafmediziner warnt: Die Geräte sind ungenau und können Schlafprobleme sogar verschlimmern.

Smartwatches täuschen Nutzer über Schlafqualität

Jörg Lindemann ist Professor und Schlafmediziner am Universitätsklinikum Ulm (D). Er äusserte sich gegenüber dem Bayerischen Rundfunk: «Letztendlich kann eine Smartwatch nicht beurteilen, ob Sie schlafen oder nicht.» Der Grund liege in der Messtechnik.

Die Uhr beurteile das Schlafverhalten anhand von Bewegungen, so Lindemann. Geringe Bewegung werde schnell als Schlaf interpretiert, auch wenn jemand wach im Bett liegt.

Für eine verlässliche medizinische Analyse reicht das nicht aus. «Um den Schlaf wirklich zu analysieren, braucht man ein EEG», erklärt der Experte.

Ein EEG misst die elektrische Aktivität im Gehirn. Nur damit lasse sich eindeutig bestimmen, in welcher Schlafphase sich eine Person befindet.

Tracking-Druck erzeugt neues Problem mit dem Schlaf

Neben den technischen Mängeln sieht Lindemann auch ein psychologisches Problem. Wer sich zu sehr mit seinen Schlafdaten beschäftige, setze sich selbst unter Druck.

«Die Produkte suggerieren, dass man sich um den Schlaf kümmern muss, obwohl er eigentlich nicht kompliziert ist. Wenn man sich zu sehr mit dem Schlaf beschäftigt, können Schlafprobleme entstehen», so Lindemann.

In der Schlafmedizin nennt man dieses Phänomen Orthosomnie. Damit ist die Fixierung auf vermeintlich perfekte Schlafwerte gemeint.

Statt technischer Kontrolle empfiehlt Lindemann einfache Massnahmen: Ein Spaziergang vor dem Zubettgehen oder eine warme Dusche am Abend helfen dem Körper, in den Ruhemodus zu finden.

32 Prozent der Schweizer klagen über Schlafmangel

In der Schweiz leiden zahlreiche Menschen unter Schlafproblemen. In einer 2025 veröffentlichten Studie gaben 32 Prozent an, sie hätten einen Schlafmangel.

Bei den 18- bis 35-Jährigen gaben 32 Prozent an, in den letzten 12 Monaten schlecht oder eher schlecht geschlafen zu haben. Bei den 36- bis 65-Jährigen waren es 37 Prozent, bei den Ü65-Jährigen 25 Prozent.

Schläfst du gut?

Wie Nau.ch berichtete, können Fitnessuhren auch Ess- und Sportsucht fördern. Durch das Vergleichen der Daten untereinander kommt es zu einem Wettbewerb.

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Kommentare

User #6143 (nicht angemeldet)

Aber es gab auch viele positive Berichte, zB von zwei verschiedenen Usern, wo die Smartwatch diese Leute nachts geweckt hatte, beide Users gingen dann ins Krankenhaus wegen Herzproblemen, die ohne die Smartwatch nicht rechtzeitig bemerkt worden wären... richtig eingestellt und bewusst angewendet sind diese Smartwatch ausgesprochen wertvoll und sinnvolle Hilfe.

User #5771 (nicht angemeldet)

Hatte vor ein paar Jahren mal eine Smartwatch, nach 2 Tagen retourniert. Mittlerweile schmunzle ich immer wenn ich die Leute überall mit den Dingern sehe. Permanent alles überwachen, macht einem eher noch mehr krank. Ohhh ich bin heute 8900 Schritte gelaufen, 1500kcal verbrannt etc. Die Werte stimmen eh nicht 😄 Am Ende merke ich ja selber wie "gesund" ich bin, geht auch gut ohne Uhr 😊

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