Stadt Zürich

Nach fast acht Jahren kehren The xx in Zürich nach Europa zurück

Keystone-SDA
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Zürich,

Die britische Band The xx hat am Dienstagabend in Zürich nach fast achtjähriger Pause ihr mit Spannung erwartetes Comeback auf europäischen Bühnen gegeben. Die Fans des Indie-Pop-Trios schwelgten beim ersten von zwei ausverkauften Konzerten in Nostalgie.

The xx haben sich für Zürich entschieden, um nach fast acht Jahren ihr Comeback auf den europäischen Bühnen zu feiern.
The xx haben sich für Zürich entschieden, um nach fast acht Jahren ihr Comeback auf den europäischen Bühnen zu feiern. - Jessica Christ

Der stimmungsvolle Innenhof des Schweizerischen Nationalmuseums, eingebettet zwischen der historischen Architektur von Gustav Gull und dem zeitgenössischen Anbau von Chris & Gantenbein, bot eine intime Kulisse für das Konzert von The xx. In gewisser Weise erinnerte der Rahmen an die Atmosphäre von Hogwarts und trug so zum fast magischen Charakter des Abends bei.

Die letzte Tournee des Londoner Trios endete 2018 mit der Tour zum dritten Album «I See You» (2017), bevor Romy Madley Croft (Gitarre und Gesang), Oliver Sim (Bass und Gesang) und Jamie xx (DJ und Produzent) eigene künstlerische Wege einschlugen. Derzeit arbeitet die Band an ihrem vierten Album.

Den Abend eröffnete Florence Sinclair aus Grossbritannien. Sinclair ist karibischer Herkunft und bezeichnet sich selbst als nonbinär. Das musikalisches Angebot von Florence Sinclair, das verschiedene Genres durchquert und vermischt, bereitete den Boden für die Rückkehr einer der einflussreichsten Formationen der britischen Indie-Szene der 2010er Jahre.

Der Regen liess kurz vor Konzertbeginn nach. Im Publikum fielen bunte Regenmäntel ins Auge, vor allem aber viele Dreissig- und Vierzigjährige: die Generation, die den Aufstieg von The xx von Anfang an mitverfolgt hat.

Jüngere Gesichter waren selten zu sehen. Ein Zeichen dafür, dass dieser Abend als nostalgisches Wiedersehen für diejenigen diente, die mit dem melancholischen und minimalistischen Soundtrack des Londoner Trios aufgewachsen sind.

Die Bühne, von überschaubarer Grösse und geprägt von einer kupferfarbenen Struktur, fügte sich dezent in den Raum ein. Kurz nach 21.30 Uhr erloschen die weissen Lichter vor blauem Hintergrund, eine Rauchwolke hüllte die Bühne ein und die ersten Gitarrenklänge von «Crystalised» läuteten das Konzert offiziell ein. Romy Madley Croft und Oliver Sim, einander gegenüber, verwoben ihre Stimmen, als wäre die Zeit nie vergangen. Zum Schluss ging der Song in die Beats von Jamie xx über und gab damit einen Vorgeschmack auf die klangliche Entwicklung des Abends.

Stroboskoplichter und in den Himmel gerichtete Scheinwerfer begleiteten «Islands». «Danke schön», sagte Oliver Sim unter Applaus. «Es ist so schön, danke, dass ihr hier seid. Das bedeutet uns sehr viel!»

Bei «Angels» richteten sich die Scheinwerfer auf Romy Madley Croft, begleitet von Jamie xx am Schlagzeug. Kurz darauf durchzogen rosa Lichtstrahlen während «Shelter» den Himmel über dem Museum. Die Gitarre schlängelte sich sanft durch die Beats, während Romy Madley Crofts Stimme sich steigerte und ihren Höhepunkt erreichte, vom Publikum begeistert aufgenommen. Am Ende des Songs applaudierten auch die Bandmitglieder.

Einer der intensivsten Momente kam mit «Infinity», begleitet von einer allmählichen Aufhellung der Lichter. «Diese Rückkehr auf die Bühne nach so langer Zeit war nostalgisch und emotional. Für uns ist es nicht selbstverständlich, dass ihr immer noch hier seid», gestand Oliver Sim sichtlich bewegt.

«VCR» brachte die Atmosphäre wieder in eine intimere Dimension zurück. Vor dem roten Hintergrund erinnerten die Lichtspiele an einen Theatervorhang. Das Publikum lauschte ruhig.

Der zweite Teil des Konzerts bot Raum für die Soloprojekte der Bandmitglieder. Romy Madley Croft interpretierte «Enjoy Your Life» und legte vorübergehend die Gitarre beiseite, um auf der Bühne zu singen und zu tanzen. Es folgte ein von Jamie xx geleitetes Intermezzo mit elektronischen und Techno-Klängen, die den Innenhof des Museums für einige Minuten in eine Open-Air-Tanzfläche verwandelten. Von hauchdünnen blauen Lichtstrahlen umgeben kündigte Oliver Sim «On Hold» an.

Bei «I Dare You» übernahmen dann die Synthesizer die Führung, begleitet von rosa und blauem Licht. In den intimeren Momenten war der Respekt des Publikums spürbar. Es hatte fast Angst, das fragile Gleichgewicht zu stören, das die Musik von The xx seit jeher auszeichnet. Sobald der Rhythmus hingegen anstieg, füllte sich der Innenhof mit Gesängen und Applaus. «We love you», rief die gerührte Romy Madley Croft.

Für den Abschluss wählte die Band «Intro», eine symbolische Entscheidung, die den Beginn eines neuen Kapitels markieren sollte. Auf der Leinwand wechselten sich weisse Lichtblitze ab, untermalt von den berühmten Beats des Songs. Romy Madley Croft und Oliver Sim – Freunde seit ihrer Kindheit – standen wieder Seite an Seite, um noch einmal jene unverwechselbaren Klänge zu spielen. Nach knapp einer Stunde und 15 Minuten umarmten sie sich. Von Jamie xx an der Vorderseite der Bühne begleitet, verabschiedeten sie sich unter Applaus und Jubel vom Publikum.

Am Mittwochabend gibt es eine Wiederholung. Gleicher Ort, gleiche Uhrzeit, gleiche Band. Doch wie es bei The xx üblich ist, bietet jedes Konzert etwas Einzigartiges.

Das Festival ZKB Unique Moments, das nun bereits zum siebten Mal stattfindet, wurde am 1. Juni mit einem weiteren Briten, Benjamin Clementine, eröffnet. Am Donnerstag ist der deutsche Popsänger Clueso an der Reihe. Der junge deutsche DJ Ben Böhmer wird die diesjährige Ausgabe am Freitag abschliessen.

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