Thunerseespiele – «Grease nimmt uns mit zurück in Jugendwelt»

Andrea Bauer
Andrea Bauer

Thun,

Diesen Sommer bringt die Thuner Seebühne das Musical «Grease» als Open-Air-Produktion auf die Bühne. Mit dabei ist die Berner Musicaldarstellerin Anina Rosa.

Anina Rosa
Musicaldarstellerin Anina Rosa wirft sich vor Eiger, Mönch und Jungfrau schon mal in Pose. Bald steht dann auch das Bühnenbild. - Daniel Zaugg

Diesen Sommer wird es auf der Thuner Seebühne bunt, rasant und herrlich nostalgisch: Mit «Grease» kommt eines der beliebtesten Musicals überhaupt erstmals als Open-Air-Produktion an den See.

Mittendrin: die Berner Musicaldarstellerin Anina Rosa, die als «Jan» bei den Pink Ladies für Humor, Herz und Bodenhaftung sorgt.

Schon immer hat die Bernerin Anina Rosa mehr gesungen als gesprochen. «Viel mehr!», sagt sie und lacht. «Teilweise stundenlang! Und mein armer Vater musste immer mein Publikum spielen!» Wieder lacht sie, hell und ansteckend. Ihre Hände erzählen mit, ihr Gesicht sowieso.

Anina Rosa ist eine, die sofort Fröhlichkeit in einen Raum bringt, oder, wie heute, an ein Seeufer. Eine bessere Besetzung für «Jan» im Musical «Grease» kann man sich fast nicht vorstellen. Jan gehört zu den Pink Ladies, jener Mädchenclique an der Rydell High, in der Rizzo, Frenchy, Marty und Sandy den Ton angeben.

Anina Rosa
Anina Rosa: Das Publikum bekommt Tempo, Humor, bekannte Songs und ganz viel gute Laune. - Daniel Zaugg

Jan ist nicht die Coolste, nicht die Glamouröseste, nicht die Verträumteste. Dafür ist sie direkt, witzig, warmherzig und wunderbar unkompliziert. Eine Figur mit Ecken, Kanten und grossem Herz. «Jan ist ein bisschen zu viel oder zu wenig von allem», sagt Anina Rosa.

«Und doch ist sie sehr integrierend. Das passt zu mir!» Besonders schön findet sie, dass Jan in dieser Inszenierung nicht einfach auf ein Klischee reduziert wird.

Nicht auf Körper, nicht auf Klamauk, nicht auf eine Pointe. Sondern dass ihre vielen Facetten sichtbar werden: ihre Unsicherheit, ihr Humor, ihr Wunsch dazuzugehören und insbesondere ihre grosse Menschlichkeit.

Wie alles begann

Anina Rosa wollte Sängerin werden. Eigentlich, seit sie denken kann. Doch während eines Austauschaufenthalts in England entdeckte sie das Musical. «Da hat es mir sofort den Ärmel reingezogen», erzählt sie.

«Ich wusste: Das will ich!» Am liebsten wäre sie gleich dortgeblieben. Doch ihre Eltern fanden, sie solle zuerst in der Schweiz die Matura abschliessen. Gesagt, getan. Doch gleich danach ging es nach Hamburg, wo sie ihre Ausbildung zur Musicaldarstellerin absolvierte.

Seither stand Anina Rosa in verschiedenen Produktionen auf der Bühne, unter anderem in den Uraufführungen von «Paradise City» am Konzert Theater Bern und «Oh läck du mir!» im Theater 11.

Auch die Thunerseespiele kennt sie bereits: Bei «Dällebach Kari» war sie im Ensemble mit dabei.

Wenn es keine Worte braucht

Nun kehrt sie also zurück und das aus voller Überzeugung. Auf die Frage, warum sie sich erneut für eine Rolle in Thun beworben habe, steht sie kurzerhand auf, hüpft ans Seeufer, zeigt auf die Berge im Hintergrund und sagt: «Braucht es da noch Worte?»

Anina Rosa
Anina Rosa sorgt als «Jan» bei den Pink Ladies für Humor, Herz und Bodenhaftung. - Daniel Zaugg

Nein, braucht es tatsächlich nicht. Die Kulisse ist schlicht atemberaubend. See, Berge, Himmel und bald mittendrin eine Kulisse voller Tanz und Lebensfreude. «Und dann noch in Kombination mit der legendären Musik von Grease!», sagt Anina Rosa.

«Greased Lightnin’, Summer Nights, Hopelessly Devoted to You, You’re the One That I Want … also wie hätte ich es da nicht versuchen sollen?!» Sie strahlt mit der Sonne um die Wette. Rund 800 Musicaldarstellende hätten sich beworben. «Und ich bin dabei!»

Dass sie mit Thun so viele schöne Erinnerungen verbindet, macht die Vorfreude noch grösser. «Nach den Vorstellungen sind wir manchmal nachts noch in den See gesprungen», erzählt sie. «Haach, es gibt nichts, das mehr fägt!»

Auch die Atmosphäre im Team sei einzigartig, wertschätzend, herzlich. Man glaubt ihr sofort, dass sie sich auf diesen Sommer freut.

Ein Musical, das viele kennen

«Grease» gehört zu jenen Musicals, das viele Menschen schon einmal gesehen haben: oft in ihrer Jugend, oft verbunden mit ganz persönlichen Erinnerungen. Die Musik, die Lederjacken, die weiten Röcke, die schnellen Tänze, das Lebensgefühl.

All das ist längst Teil der Popkultur. Gleichzeitig schaut man heute mit anderen Augen auf diese Geschichte über die erste Liebe, über Coolness, Gruppendruck und die grosse Frage: Bleibt man, wie man ist oder verändert man sich, um dazuzugehören?

Gerade das mache «Grease» auch heute spannend. «Das Musical nimmt uns mit zurück in eine vermeintlich unbeschwerte Jugendwelt voller Flirts, Cliquen, Partys und Herzklopfen. Doch zwischen Rock’n’Roll und Sommernächten geht es auch um Erwartungen, Rollenbilder und den Mut, den eigenen Platz zu finden», umschreibt es die Musicaldarstellerin.

Die Thuner Inszenierung wolle diese Leichtigkeit bewahren, ohne einfach nur in Nostalgie zu versinken. Das Publikum soll bekommen, worauf es sich freue: Tempo, Humor, bekannte Songs und ganz viel gute Laune.

Magst du Musicals?

«Aber eben auch Figuren, die sich entwickeln dürfen», betont Anina Rosa. «Grease» ist insgesamt ein spritziger Mix aus 50er-Jahre-Flair, Tanz und Songs, bei denen man kaum stillsitzen kann. Genau das Richtige also für einen Sommerabend am Thunersee.

Proben, proben, proben

Für unseren Fotografen wirft sich Anina Rosa auf der Seebühne in Pose, obwohl diese erst gerade im Entstehen ist. Noch stehen ihr und dem ganzen Ensemble intensive Probewochen bevor. Zuerst wird in der Thuner Curlinghalle auf Tanzteppich geprobt, mit Platzhaltern, Markierungen und ersten Requisiten.

Anina Rosa
Anina Rosa wirft sich auf der Seebühne in Pose. - Daniel Zaugg

Danach geht es auf die Seebühne, wo Technik, Ton, Licht und die Wege auf, hinter und unter der Bühne einstudiert werden. Das klingt weniger glamourös als ein schwingender Rock im Rampenlicht, ist aber entscheidend. Gerade bei den schnellen Kostümwechseln muss jeder Schritt sitzen.

Wer geht wo ab? Welche Dresserin wartet mit welchem Kleid an welchem Ort? Und wie findet man sich in einem Backstagebereich zurecht, der jedes Jahr neu aufgebaut wird? Auf der Thuner Seebühne ist nichts Routine. Nicht einmal Garderoben und Toiletten stehen immer am gleichen Ort!

Auf ihre Kostüme freut sich Anina Rosa besonders. Weite Röcke, bunte Farben, viel Bewegung. Ein Kleid für den Abschlussball hat es ihr schon jetzt angetan. «Es ist aus einem Vorhang genäht», sagt sie und lacht, «aber es hat einen absolut grossartigen Schnitt! Darauf freue ich mich sehr!»

Dann muss sie weiter. Die Proben warten. Auf dem Gelände wird währenddessen weiter gebaut. Starke Männer montieren die Tribüne, überall wird geschraubt, getragen, vorbereitet. Noch ist vieles zu tun, bis am 8. Juli Premiere gefeiert wird.

THUNERSEESPIELE
Überall wird geschraubt, getragen, vorbereitet. - Daniel Zaugg

Aber eines spürt man schon jetzt: Dieser Thuner Musical-Sommer wird unvergesslich. Mit See, Bergen, Musik, Pink Ladies, Lederjacken, grossen Gefühlen und einer Bernerin, die für ihre Rolle in «Grease» genau die richtige Portion Herz, Humor und Lebensfreude mitbringt.

INFO

Thunerseespiele 2026: «Grease»

Mit GREASE präsentieren die Thunerseespiele vom 8. Juli bis 22. August 2026 eines der erfolgreichsten Musicals aller Zeiten in der Schweiz erstmals als Open-Air-Musical.

Rock’n’Roll, Rebellion und Romantik, neu inszeniert in der einmaligen Naturkulisse vor Eiger, Mönch und Jungfrau: gute Laune ist somit garantiert!

Kommentare

User #1642 (nicht angemeldet)

Grease 1 und 2 ist Kult, aber als Film, da kann die Bühne leider nicht mithalten, obwohl es eigentlich von Beginn an ein Musical ist.

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