16 Festnahmen nach Skandal um sexuelle Gewalt an Pariser Kitas
84 Kitas, 20 Schulen und 10 Kinderhorte unter Verdacht: Die Pariser Staatsanwaltschaft spricht von flächendeckenden Ermittlungen wegen sexueller Gewalt.

Das Wichtigste in Kürze
- In Paris laufen flächendeckende Ermittlungen wegen sexueller Gewalt.
- Verdächtigt werden Kitas, Schulen und Kinderhorte.
- Seit Jahresbeginn seien bereits 78 Schülerbetreuer von der Arbeit suspendiert worden.
Zahlreiche Kitas, Schulen und Kinderhorte werden verdächtigt: Der Skandal um massenhafte sexuelle Gewalt an Pariser Kindergärten und Grundschulen weitet sich aus.
Alleine in Zusammenhang mit Vorwürfen bezüglich eines öffentlichen Kindergartens im Stadtzentrum wurden am Mittwoch 16 Menschen festgenommen und in Polizeigewahrsam genommen, teilte die Staatsanwaltschaft in Paris mit.

Den Betroffenen würden Vergewaltigungen von Minderjährigen, sexuelle Übergriffe auf Minderjährige und Gewalt gegen Minderjährige vorgeworfen. Einige der Festgenommenen seien bereits von der Arbeit suspendiert gewesen.
Aktuell kursieren Berichte über Gewalt und Missbrauch in Paris
Seit Monaten werden Eltern und Politiker in Paris von Berichten über Gewalt und Missbrauch in den Schülerhorten der Stadt aufgewühlt, denen wohl nicht immer konsequent nachgegangen wurde. Die Missbrauchsproblematik war in der Hauptstadt kürzlich Thema im Kommunalwahlkampf.
Gegen 84 Kindergärten, rund 20 Grundschulen und 10 Kinderhorte seien Ermittlungen aufgenommen, hatte die Pariser Staatsanwältin Laure Beccuau am Sonntag im Interview dem Sender RTL gesagt. «Alle Pariser Arrondissements sind betroffen.»
2026 bereits knapp 80 Schülerbetreuer entlassen
Wie der neue Pariser Bürgermeister Emmanuel Grégoire Anfang April mitgeteilt hatte, sind alleine seit Jahresbeginn 78 Schülerbetreuer von der Arbeit suspendiert worden, 31 davon wegen des Verdachts sexueller Gewalt. 2025 wurden 30 Betreuer suspendiert, 16 davon wegen des Verdachts sexueller Gewalt.
Der Bürgermeister kündigte einen Aktionsplan im Umfang von 20 Millionen Euro an, der ein schnelles und transparentes Melden von Verdachtsfällen, die Einbeziehung und Betreuung der Eltern und bauliche Verbesserungen beinhaltet.
«Wir müssen alles von Grund auf neu überdenken, mit einem Ziel vor Augen: Nulltoleranz», sagte der neue sozialistische Bürgermeister.














