AMG GT: Blitzschnell geladen, brutal stark

Maia Schmied
Maia Schmied

Bern,

Die Sportwagenschmiede aus Affalterbach elektrisiert mit brachialer Urgewalt. Das brandneue, rein elektrische viertürige Coupé lässt den Stromzähler tanzen.

Mercedes Benz AMG GT
Zeitenwende in Affalterbach: Das erste komplett in Eigenregie entwickelte, rein elektrische Serienmodell von AMG. - AMG

Traditionelle Sportwagen definierten sich jahrzehntelang über den unverkennbaren Klang von hochgezüchteten Achtzylindern. Nun bricht für die schwäbische Tuning-Tochter endgültig das Zeitalter der lokalen Emissionsfreiheit an.

Die Ingenieure nutzen eine komplett eigenständig entwickelte Plattform namens AMG.EA für dieses Prestigeprojekt. Ein technischer Meilenstein sind die verbauten Axialflussmotoren, welche herkömmliche Elektrotriebwerke in Sachen Leistungsdichte alt aussehen lassen.

Diese extrem kompakten Kraftpakete wiegen fast nichts und liefern zeitgleich ein nahezu grenzenloses Drehmoment. Das Resultat ist eine Fahrdynamik, die selbst versierte Rennfahrer ins Staunen versetzt.

Brutale Leistungswerte auf Knopfdruck

Das Topmodell sprintet dank drei Elektromotoren mit einer Systemleistung von bis zu 1'169 PS nach vorn. Ein Triebwerk sitzt an der Vorderachse, während zwei Aggregate die Hinterräder separat antreiben.

AMG GT
Kampfjet-Start: Schiesst in atemberaubenden 2.1 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100. - AMG

Diese Konfiguration ermöglicht eine vollvariable Drehmomentverteilung für perfekte Traktion in engen Haarnadelkurven. Die Höchstgeschwindigkeit wird bei abgeriegelten 300 Kilometern pro Stunde im Zaum gehalten.

Damit die brachiale Power dauerhaft abrufbar bleibt, kommt ein hochmodernes Kühlsystem zum Einsatz. Die zylindrischen Zellen der Batterie werden im Gehäuse direkt von Kühlflüssigkeit umströmt.

Das gewohnte AMG-Feeling bleibt bestehen

Viele Puristen fürchten beim Umstieg auf den Elektroantrieb den Verlust der emotionalen Komponente. AMG steuert hier mit einem künstlich generierten, tiefen V8-Sound im Innenraum aktiv dagegen.

AMG GT
Aerokinetik im Unterboden: Ausfahrbare Venturi-Platten saugen das Coupé bei hohen Geschwindigkeiten regelrecht an den Asphalt. - AMG

Zudem simuliert die Software auf Wunsch spürbare Zugkraftunterbrechungen während rasanter Beschleunigungsphasen. Das Cockpit fokussiert sich komplett auf die Person hinter dem sportlich tiefen Lenkrad.

Über drei markante Drehregler auf der Mittelkonsole lässt sich die gesamte Fahrdynamik anpassen. Fahrer justieren so blitzschnell das Ansprechverhalten der Motoren, die Agilität und die Traktionskontrolle.

Extrem schnelles Laden am Puls der Zeit

Die Batteriekapazität von rund 90 Kilowattstunden ermöglicht langstreckentaugliche Reichweiten von deutlich über 600 Kilometern. Dank der modernen 800-Volt-Architektur sind die Boxenstopps an der Ladesäule extrem kurz.

An ultraschnellen Ladestationen fliesst der Strom mit einer Leistung von bis zu 600 Kilowatt. Das Aufladen der Batterie dauert unter optimalen Bedingungen somit nur rund zehn Minuten.

AMG GT
Fahrdynamik im Griff: Drei haptische Drehsteller auf der Mittelkonsole regeln das Ansprechverhalten, die Agilität und die Traktion. - AMG

Für die Schweizer Kundschaft rollt der Power-Stromer im Herbst dieses Jahres zu den Händlern. Die Produktion des viertürigen Coupés erfolgt im modernen Mercedes-Benz-Werk in Sindelfingen.

Kommentare

User #1045 (nicht angemeldet)

Nur Träumer kaufen Elektroschrott

User #5529 (nicht angemeldet)

Laut google KI: "Eine vollständige Elektrifizierung aller Fahrzeuge würde in Europa rund 30 % bis 32 % und in der Schweiz etwa 35 % bis 38 % des gesamten fossilen Energieverbrauchs (inklusive Industrie und Heizungen) einsparen. Bei der aktuellen Schweizer Elektro-Flotte von 5,2 % liegt diese Gesamteinsparung derzeit bei knapp 1,1 %." 1.1% bis jetzt... am Ende haben wir immer noch einen fossilen Verbauch von mindestens 68% der jetzigen Menge. Es ist eine Verschiebung in die Zukunft und es wird den Planeten nicht retten. Auch ein 10 Millionen Limit in der Schweiz rettet nichts. Die Überzähligen leben und verbrauchen einfach woanders. Nachdenken tut weh.

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